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Gedenkprojekte in Kindberg


Stolpersteine für Samuel und Katharina Sensel
Gedenkprojekt zur Erinnerung an Naziopfer


Stolpersteine für Samuel und Katharina Sensel


Am 8.11.2021 wurden im Rahmen einer kleinen Feier in der Kindberger Fußgängerzone zwei Stolpersteine in Gedenken an Samuel und Katharina Sensel vor ihrer ehemaligen Wohn- und Arbeitsstätte in der Hauptstraße 65 (ehem. Café Krikac) in die bestehende Pflasterung verlegt.


Daniela Grabe, die Obfrau des Vereins für Gedenkkultur, sprach in Kindberg über die Bedeutung und Wertigkeit dieser Stolpersteine: „Die Nazis haben Menschen ausgelöscht, wir wollen mit diesen Stolpersteinen zumindest die Erinnerung an diese ermordeten Menschen zurückholen. Menschen sind erst vergessen, wenn ihre Namen vergessen sind.


Alexander Schein, Historiker und Archivar der Stadtgemeinde Kindberg, hat die Geschichte rund um die Familie Sensel – übrigens die einzige jüdische Familie in Kindberg zu dieser Zeit – aufbereitet und präsentiert:

Familie Sensel
Katharina und Samuel Sensel mit ihren Kindern Oskar (links), Paula und Erwin, 1937.


Samuel Sensel wurde am 14. November 1878 als Sohn von Moritz und Netti, geb. Terker, in Szucsán in der ungarischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie geboren (heute Sučany in der Slowakei). Seine spätere Frau kam am 11. November 1879 als Katharina Scheck in Sonnberg im damals österreichischen Böhmen (heute Žumberk, Tschechien) auf die Welt, ihre Eltern hießen Ignatz und Rosa, geb. Schneider. Katharina („Käthe“), die sich als Handarbeiterin verdingte, und Samuel, der als Geschäftsleiter in Böhmen arbeitete, heirateten im Jahr 1905, beide gehörten der jüdischen Glaubensgemeinschaft an.

Am 1. September 1905 eröffnete Samuel Sensel die Gemischtwarenhandlung „Warenhalle zum Arbeiter“ in Kindberg, und zwar im Haus Hauptstraße 15, damals im Besitz von Carl Aichholzer. Ende 1906 änderten sich die Eigentumsverhältnisse der Liegenschaft und Sensel musste ausziehen. Er siedelte in das Haus von Rudolf Fuhrmann, Hauptstraße 25. Das Sortiment umfasste Lebensmittel, Stoffe, Bekleidung und Schuhe. Sensel vertrieb etwa das „Hammerbrot“ aus der Großbäckerei der Wiener Arbeiterschaft. Zahlreiche Lehrlinge wurden bei ihm ausgebildet. Bereits 1908 suchte er einen Verkäufer als Filialleiter, 1910 beabsichtigte er eine Filiale in der Veitsch zu errichten. 1914 verlegte er Geschäft und Wohnung in das bedeutend größere Haus von Friedrich Fritz, Hauptstraße 49. Auch Katharina Sensel war im Betrieb tätig, besonders als ihr Mann im Ersten Weltkrieg eingerückt war. 1922 erwarben sie das heute nicht mehr bestehende Haus Wienerstraße 16 in Kapfenberg, am Beginn des Schlossbergweges, und eröffneten dort eine Filiale. Am 1. Dezember 1934 kauften Samuel und Katharina Sensel von Anton Fürst die Liegenschaft Hauptstraße 65 in Kindberg. Hier war nicht nur Raum für Wohnung und Geschäft, sondern auch für zahlreiche Mietparteien. Sensel ermöglichte es seinen Kunden, Waren, die sie dringend benötigten, aber sich momentan nicht leisten konnten, erst später zu bezahlen. So kam es, dass bei der Auflösung des Geschäftes viele Schulden nicht beglichen waren.

Samuel Sensel war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und gehörte dem Ausschuss der Sparkasse der Marktgemeinde Kindberg an. Er war im Vorstand der hiesigen Naturfreunde und des Arbeiterradfahrervereins tätig, in letzterem ein paar Jahre als Obmann und später im Ausschuss der Motorradsektion. Katharina Sensel wurde die Bannermutter des Arbeiterradfahrervereins. 1920 begründete Samuel Sensel den Kindberger Arbeiterturnverein „Eintracht“ mit und übernahm die Funktion des Kassiers.

Die Kinder von Katharina und Samuel Sensel wurden in Kindberg geboren: Paula im Jahr 1906, Erwin 1907 und Oskar 1911. Sie waren die einzigen Juden in Kindberg. 1919 erwarb die Familie die Heimatzugehörigkeit der Marktgemeinde. Paula und Erwin absolvierten die achtjährige Volksschule in Kindberg, Oskar wechselte nach dem fünften Jahr in die dreijährige Bürgerschule in Bruck an der Mur.
Oskar wurde Elektriker und wanderte 1933 nach Palästina aus. In Petach Tikwa ehelichte er im Jahr 1935 Mathilde (Masza Ajdla) Kermann aus Łódź (Polen), im selben Jahr kam Sohn Maximilian (Mosche David) in Herzlia auf die Welt.
Erwin wurde Kaufmann, heiratete 1934 in Wien die Jüdin Elsa Fischer aus Eggenburg in Niederösterreich und zog nach Kapfenberg. Ab 1935 gehörte ihm das dortige Haus und Geschäft der Eltern. Neben mehreren Angestellten und Lehrlingen war auch Elsa als Verkäuferin beschäftigt. Paula heiratete 1937 den jüdischen Kaufmann Franz Wellisch und lebte mit ihm in St. Pölten.
Infolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wurde das Geschäft in Kindberg geschlossen und geräumt. Im Juli 1940 mussten Samuel und Katharina Sensel die Liegenschaft billig an die Marktgemeinde Kindberg verkaufen. Räumlichkeiten des Hauses wurden für Versammlungen der Hitlerjugend, der Feuerwehr usw. genutzt bzw. waren für ein Schmölzer-Museum vorgesehen. Der Volksliedsammler und Komponist Jakob Eduard Schmölzer (1812–1886) war in diesem Haus gestorben.
Erwin und Elsa Sensel verkauften das Geschäft in Kapfenberg um einen niedrigen Preis im Juli 1938, als sie zunehmenden Diskriminierungen ausgesetzt waren. Im August 1939 mussten sie dem neuen Besitzer auch das Haus verkaufen.

Im Dezember 1938 übersiedelten sowohl Samuel und Katharina Sensel als auch Erwin und Elsa und Oskar mit Familie, welche mittlerweile in Österreich lebte, nach Wien, um die Auswanderung zu organisieren.
Erwin gelangte nach einer schicksalhaften Flucht nach Venezuela, Oskar wiederum nach Palästina. Erwins Frau und Oskars Frau mit Kind schafften es, nachzukommen. Die Eltern, Samuel und Katharina, bekamen keine Gelegenheit zur Ausreise. Sie wurden in Wien mehrmals umquartiert und schließlich im August 1942 in den Vernichtungsort Maly Trostinec bei Minsk deportiert, wo sie am 4. September 1942 ermordet wurden. Auch Paula und ihr Mann fielen der Tötungsmaschinerie des Nationalsozialismus zum Opfer.

Erwin und Oskar Sensel bemühten sich nach dem Zweiten Weltkrieg um die Rückstellung des Kindberger Besitzes von der Marktgemeinde; dazu kam es schließlich im Juli 1949. Sie kehrten nicht nach Österreich zurück und verkauften die Liegenschaft 1954 an Alois und Gisela Krikac. Erwin wurde 1948 auch das Haus in Kapfenberg restituiert; er verkaufte es im Jahr 1969. Elsa und Erwin Sensels Sohn Enrique kam 1948 in Venezuela auf die Welt. 2008 wurde Erwin Sensel (1907–2010) das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und die Ehrenbürgerschaft von Kindberg verliehen.

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Gedenkprojekt zur Erinnerung an Naziopfer


Gedenktafel beim ehem. Landessiechenheim Kindberg (LAPF)

Im Jahr 1941 wurden am 10. und 25. Februar insgesamt 138 pflegebedürftige Personen der Kindberger Siechenanstalt nach Hartheim transportiert.
Dort wurden 137 von ihnen im Rahmen der „Aktion T4“ des nationalsozialistischen Regimes durch Giftgas ermordet.
Ein Pflegling wurde nach Graz zurückgebracht und lebte weiter.

Kurze Information über den Begriff „Aktion T4“

Mit einem auf den 1. September 1939 rückdatierten Schreiben gab Adolf Hitler die Anweisung für den ersten „industriell“ organisierten Massenmord der Menschheitsgeschichte:
Im Rahmen der als „Aktion T4“ bezeichneten Mordkampagne wurden insgesamt sechs Tötungsanstalten eingerichtet, darunter auch das Schloss Hartheim bei Linz.
“T4” bezieht sich auf die Adresse der damaligen Zentraldienststelle in Berlin, von der aus dieses kriminelle Vorhaben unter Geheimhaltung organisiert wurde: Tiergartenstraße 4
Die für die Pflegeanstalten Verantwortlichen wurden kontaktiert und aufgefordert, Listen zu erstellen, auf denen jene Menschen angeführt wurden, die am pflegebedürftigsten waren.
Medizinische Gutachter wurden beigezogen, sie fällten vor Ort die endgültige Entscheidung, welche PatientInnen aus den verschiedenen Anstalten schlussendlich abtransportiert werden sollten: Heilungsaussichten und Arbeitsfähigkeit waren dabei die wichtigsten Kriterien:
Für die Nationalsozialisten lebten diese auf Hilfe und Betreuung angewiesenen Menschen ein „lebensunwertes“ Leben auf Kosten der deutschen Volksgemeinschaft.
Insgesamt verloren auf diese Weise 70.000 Menschen das Leben, davon ca. 18.000 im Renaissance-Schloss Hartheim!


Gedenktafel bei der Hofbauerhütte

Die Hofbauerhütte wurde kurz vor Kriegsende, am 27. April 1945, von ca. 100 Volkssturmmännern, durch die SS umstellt.
In der Hütte befanden sich um die 22 Personen, flüchtige Zwangsarbeiter, Deserteure und Widerstandskämpfer.
Die Hütte wurde beschossen und dadurch in Brand gesetzt.
Auf die aus der Hütte Flüchtenden wurde geschossen, wobei der 18-jährige Oskar Tösch aus Allerheiligen ums Leben kam. Verwundete wurden an Ort und Stelle exekutiert.
Die Gefangengenommen wurden in Kindberg am 29. April 1945 von einem Standgericht zum Tode verurteilt und am selben Tag im Möstlinggraben hingerichtet.
3 Personen, darunter der aus Kindberg-Hadersdorf stammende Konrad Kammerhofer, konnten dem Massaker entkommen.
Das Vergessen des Bösen ist die Erlaubnis seiner Wiederholung.“ Peter Rosegger


Gedenktafel im Möstlinggraben

Zur Erinnerung an die 14 Personen, welche kurz vor Kriegsende, im April 1945, im Möstlinggraben hingerichtet wurden.
Es handelte sich um Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter und Deserteure.
Einer der Hingerichteten war Karl Bischofer aus Hadersdorf bei Kindberg.
„Uns Menschen drohen die größten Gefahren von unsersgleichen.“ Peter Rosegger


Namentliche Auflistung der Opfer und zugehöriger Daten

Wir veröffentlichen an dieser Stelle eine Liste der Opfer mit allen uns bekannten Daten, um diese Menschen vor dem Vergessen werden zu bewahren.
Name; Eintrittstag; Geburtstag oder Alter beim Eintritt; Geburtsort; Stand; Krankheit; Austrittstag; 
Anmerkung: Ein Fragezeichen bedeutet: hiezu gibt es keine Information.

 ? Lenerl; 17.06.1940; ?; ?; Schwachsinn, Stummheit; 25.2.1941
Bacher Rupert; 1.10.1938; 24 Jahre alt; Oppenberg Liezen; Arbeitersohn; Cretinismus; 25.2.1941
Barbolani Helene; 15.5.1930; geb. 1.10.1901; Bruck/Mur; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Beisteiner Agnes; 15.11.1933; ?;?;?; Epilepsie; 10.2.1941
Belschak Karl; 9.5.1928; geb. 1911; St. Michael; ohne Erwerb; Taubstht, Idiotie, Morb.Little, 10.2.1941
Benkö Hilda; 30.1.1940; 17 Jahre alt; Allhau, Oberwart; ohne Erwerb; Geistesschwäche, Epilepsie; 25.2.1941
Bojer Rosa; 24.6.1935; 20 Jahre alt; St. Lorenzen b. Knittelfeld, Gemeindearme; Kretinismus; 10.2.1941
Brenner Josef; 17.6.1931; 17 Jahre alt; St. Erhard, Breitenau; ohne Erwerb; Morbus Little; 10.2.1941
Bürcher Theresia (Therese); 24.8.1928; geb. 1896; Admont; Magd; Taubstummheit; 10.2.1941
Dittenberger (Dillenberger) Hildegard; 25.6.1928; geb. 1912; Wörschach Bez. Irdning; ohne Erwerb; ?  10.2.1941
Dorner Sofie; 15.11.1933; geb. 1913; Mürzzuschlag; ohne Erwerb; Schizophrenie; 10.2.1941
Döttlmayer Matthias; 13.11.1939; 37 Jahre alt; Wöll, Judenburg; ohne Beruf; Kretinismus; 25.2.1941
Drexler (Drechsler) Heinrich; 7.11.1933; geb. 1916; Graz; ohne Erwerb; Idiotie Hydrocephalus; 10.2.1941
Dujmovits Juliana; 24.11.1934; geb. 22.5.1896; Heiligenkreuz, Bgld.; ledige Magd; Schwachsinn; 10.2.1941
Ebert Johann; 31.3.1938; 57 Jahre alt; Krieglach, Stmk.; Gemeindearmer; Schwachsinn; 25.2.1941
Eichberger Friedrich; 30.11.1932; geb. 1900; ?; ohne Erwerb; Idiotie; 10.2.1941
Eppich Josefa; 14.3.1935; 19 Jahre alt; Proleb, Leoben; Zögling; Idiotie; 10.2.1941
Ester Franz; 5.5.1927; geb. 1901; Fohnsdorf; ohne Erwerb; Imbecillität; 10.2.1941
Faistlinger Gottfried; 3.2.1940; 64 Jahre alt; Krumau, Admont; Gemeindearmer; geistig zurückgeblieben; 25.2.1941
Felbinger Marie; 12.7.1937; 30 Jahre alt; Leoben; ohne Erwerb; Cretinismus; 25.2.1941
Feldbaumer Johanna; 31.5.1937; 20 Jahre alt; Fohnsdorf; Gemeindearme; Kretinismus; 25.2.1941
Fellhuber Andreas; 7.5.1926; 65 Jahre alt; ?; Landw. Knecht; Hemiparese; 10.2.1941
Fraiß Margarethe; 5.1.1932; geb. 1893; Mürzzuschlag; Taglöhnerin; Alkoholismus; 10.2.1941
Freudenschuss Erna; 11.1.1939; 13 Jahre alt; Oberzeiring; Taglöhnerskind; Idiotie; 25.2.1941
Frewein Maria; 21.6.1938; 25 Jahre alt; Feistritz b. Weißkirchen; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Fromm Anton; 15.10.1933; 16 Jahre alt; ?; ohne Erwerb; Hydrocephalus; 10.2.1941
Gangl Rudolf; 6.8.1931; geb.1912; Veitsch; Ohne Erwerb; Idiotie; 10.2.1941
Gassler Christine; 2.11.1928; geb. 1904; St.Georgen, Judenburg; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Gassner Josefa; 2.8.1933; geb. 1893; Fohnsdorf; ohne Erwerb; taubstummer Idiot; 10.2.1941
Gassner Marie; 9.1.1930; geb. 1869; Bärndorf; zeitl. ohne Erwerb; Rheumat. Ehor. Blasenlähmung; 10.2.1941
Gelter Walpurga; 20.2.1936; 28 Jahre alt; Hetzendorf, Stmk.; Bergmannstochter; Idiotie; 25.2.1941
Götschl Josefa; 4.6.1938; 54 Jahre alt; Leoben; Gemeindearme; Idiotie; 25.2.1941
Greiner Klara; 1.12.1921; geb. 1890; Köflach; Bahnbedienstete; Idiot; 10.2.1941
Gruber Genoveva; 22.12.1939; 49 Jahre alt; Rachau, Knittelfeld; Bauerstochter; Kretinismus; 25.2.1941
Gruber Friedrich; 13.2.1917; geb. 2.7.1890; Kapfenberg; Fabriksarbeiter; Idiotie; 10.2.1941
Guldensteiner Johann; 12.7.1939; 39 Jahre alt; St. Peter ob Judenburg; Einleger; Kretinismus; 25.2.1941
Günther Maria; 1.12.1921; Kirchberg Pf. Maria Lankowitz.; Taglöhnerin; Idiot; 10.2.1941
Gurnigg Elise; 23.5.1927; geb. 1911; Mariahof Bez. Neumarkt; ohne Erwerb; Kretinismus; 10.2.1941
Hackermüller Friederike; 21.10.1933; 32 Jahre alt; Neuberg/M; ohne Erwerb; Epilepsie; 10.2.1941
Handler Sofie; 12.10.1935; 41 Jahre alt; Pernegg; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Hasenhüttl Alois; 16.5.1939; 59 Jahre alt; Edelsbach b. Graz; ohne Erweb; Idiotie; 25.2.1941
Hatz Genoveva; 3.2.1939; 45 Jahre alt; Spielberg; ohne Erwerb; Geistesschwäche; 25.2.1941
Haupt Valentin; 20.7.1932; geb. 1917; Graz Khs.; ohne Erwerb; Status post Enzephal.; 10.2.1941
Haider Johann; 13.3.1936; 34 Jahre alt; Floing b. Weiz; ohne Erwerb; Cretinismus; 25.2.1941
Heiser  Paula; 25.9.1928; geb. 1883; Waasen,Leoben; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Hermann Therese; 6.1.1940; 46 Jahre alt; Goberling, Oberwarth; ohne Erwerb; (?) auftretender (?); 25.2.1941
Hieden Simon; 11.5.1940; 64 Jahre alt; Geisttal, Voitsberg; Gemeindearmer; Kretinismus; 25.2.1941
Höfler Josef; 14.12.1934; geb. 17.3.1918; Klettendorf (?), Weiz; Wirtschafterin (?); Zustand nach Enzephalitis; 10.2.1941
Hohenwarter Josef; 19.2.1935; 32 Jahre alt; Graz; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Holzapfel Alois; 8.4.1936; 61 Jahre alt; Kalsdorf,Stmk.; Gemeindearmer; Kretinismus; 25.2.1941
Holzer Josef; 24.10.1934; geb. 30.8.1919; Bruck/M; Pflegling; Osteomalacie, Schwachsinn; 10.2.1941
Hosp Martina; 1.12.1921; geb.1880; Kindberg; Vater Werksarb.; Zwerg taubstumm; 10.2.1941
Iberer Alois; 29.3.1929; geb.1907; Feldkirchen; ohne Erwerb; Imbezillität genua valgd.;10.2.1941
Kaiser Veronika; 14.4.1938; 18 Jahre alt; Schönberg b. Oberwölz; ohne Erwerb;  Schwachsinn; 25.2.1941
Kaltenbrunner Marie; 7.1.1936; 58 Jahre alt; Stanz; Gemeindearme; Schwachsinn; 25.2.1941
Kantner Franz; 18.4.1930; geb. 1895; Burgegg Pf.D.Landsb.; ohne Erwerb; Cretinismus; 10.2.1941
Kappmaier Theresia; 22.3.1938; 55 Jahre alt; ?; Gemeindearme; Kretinismus; 25.2.1941
Kautschitsch Florian; 9.5.1935; 42 Jahre alt; Neumarkt; ohne Erwerb; Kretinismus; 25.2.1941
Kern Rupert; 30.7.1931; geb. 1919; Breitenau; ohne Erwerb; Idiotie; 10.2.1941
Klösch Theresia; 19.1.1939; 54 Jahre alt; Prethul; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Köck Alois; 3.12.1930; geb.1911; Arzberg bei Weiz; zeitl. ohne Erwerb; Idiotie; 10.2.1941
Köck Rosa; 29.4.1940; 56 Jahre alt; Spielberg, Judenb.; Gemeindearme; Geistesschwäche; 25.2.1941
Kos Katharina; 2.1.1939; 76 Jahre alt; St. Lorenzen b. Trieben; Gemeindearme; Trunksucht; 10.2.1941
Kopl (Köppel) Theresia (Therese); 25.4.1923; 11.11.1897; Kapfenberg, Bruck; ohne; Epilepsie; Nervenzerrüttung; 10.2.1941
Kornton Anton; 6.11.1924; geb.1899; Etmisl; ohne; Erblindung; 10.2.1941
Kos  Katharina; 9.5.1930; geb.1910; Langenwang; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Krainz Stefanie; 23.11.1936; 21 Jahre alt; Kindberg; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Krautsack Amalia; 18.5.1940; 52 Jahre alt; Goberling, Burgenl.; Gemeindearme; Kretinismus und Taubstummheit; 25.2.1941
Krautsack Karoline; 18.5.1940; 52 Jahre alt; Goberling, Burgenl.; Gemeindearme; Kretinismus und Taubstummheit; 25.2.1941
Krenn Maria; 11.8.1931; geb.1891; Kapfenberg; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Krepan Gabriel; 25.11.1939; 37 Jahre alt; Schaflos b. Köflach; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Kriz Gertrude; 17.8.1939; 16 Jahre alt; St. Peter ob Jdbg.; ohne Erwerb; hochgradiger Schwachsinn; 10.2.1941
Künstner Johann; 20.2.1936; 22 Jahre alt; Graz; Gemeindearmer; Idiotie; 25.2.1941
Kuttner Konstantia; 1.12.1921; geb.1903; Judenburg; zeitl. ohne Erwerb; Schwachsinn, Stumm; 10.2.1941
Lackner Auguste; 20.6.1925; geb.1900; Wartberg; Küchenmagd; Epilepsie; 10.2.1941
Lackner Elisabeth; 11.9.1939; 47 Jahre alt; St. Oswald b. Gratwein; ohne Beruf; (?)syelose nach Epilepsie; 25.2.1941
Langs Josef; 26.8.1938; 54 Jahre alt; Neuberg, Mürztal; ohne Erwerb; Epilepsie +(?); 25.2.1941
Leitgeb Stefanie; 16.3.1929; geb.1905; Kraubath; ohne Erwerb; Schwachsinn; 10.2.1941
Leitner Therese; 25.5.1939; 44 Jahre alt; ?; Gemeindearme; Idiotie; 25.2.1941
Lochmann Berta; 12.11.1923; 17 Jahre alt; Graz; ohne; Idiotie; 10.2.1941
Lochmann Margarethe; 12.11.1923; 14 Jahre alt; Graz; ohne; Idiotie; 10.2.1941
Lux Marie; 25.10.1937; 28 Jahre alt; (Anm: 6.9.1909!) Leoben; Kaufmannstochter; Schwachsinn; 25.2.1941
Maierhofer Josef; 1.3.1929; geb.1910; Bruck/M; ohne Erwerb; Schwachsinn; 25.2.1941
Männl. Cretin I; 18.9.1919; ?; Graz Stadt aufgef.; nicht selbständig+; Cretin; 10.2.1941
Marchl Friedrich; 5.1.1940; 30 Jahre alt; Lavantegg, Judenburg; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Maurer Antonie; 12.7.1939; 66 Jahre alt; Predl b. Schaumbaden, Kär.; Altersrentnerin; Krankhafte + (?); 25.2.1941
Maurer Karl; 5.5.1938; 18 Jahre alt; Weiz; Gemeindearmer; Idiotie; 25.2.1941
Milion Johanna; 4.1.1939; 54 Jahre alt; Zeltweg, Judenburg; Gemeindearme; Epilepsie; 25.2.1941
Moser Marie; 31.3.1931; ?; ?; ohne Erwerb; idiot. Zwerg; 10.2.1941
Müllner Viktor; 24.5.1937; 36 Jahre alt; Eisenerz; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Muskani (Musttani) Josef; 2.2.1940; 63 Jahre alt; Donawitz, Leoben; Altersrentner; Kretinismus; 25.2.1941
Muskani (Musttani) Heinrich; 14.8.1939; 66 Jahre alt; Donawitz; +(?) Hilfsarb.; Geistige u. Körperl. +(?); 25.2.1941
N.N.Männl.Kretin; Hansl; 25.2.1931; 30 Jahre alt; ?; ohne Erwerb, Kretinismus; 10.2.1941
Oberreiter Josef; 11.5.1940; 18 Jahre alt; Pichelhofen, Judenburg; ohne Erwerb; angeb. Kretinismus; 25.2.1941
Omer Dorothea; 18.6.1940; 36 Jahre alt; Oberweg, Judenburg; ohne Beruf; Schwachsinn; 25.2.1941
Pausch Josefa; 4.4.1940; 50 Jahre alt; Treibach Althofen; Gemeindearme; Schwachsinn; 25.2.1941
Pfeiffenberger Johann; 9.5.1935; 22 Jahre alt; Oberwölz; ohne Erwerb; Taubstummheit,Idiotie; 10.2.1941
Pichler Marie; 22.1.1935; 28 Jahre alt; Bruck/M; ohne Beruf; Grippe encephalitis; 10.2.1941
Pirchegger Marie; 13.6.1928; geb.1908; ?; ohne Erwerb; Myxödem: 10.2.1941
Poltensteiner Maria; 15.1.1938; 28 Jahre alt; Kapfenberg; Pflegling; Folgezustand nach Grippe-Enceph.; 25.2.1941
Pölzl Marie; 22.10.1937; 56 Jahre alt; Wien; Altersrentnersgattin; Alkoholismus chron.; 10.2.1941
Porkristl Maria; 6.7.1937; 30 Jahre alt; Fohnsdorf; ohne Erwerb; Status post Encephalitis; 25.2.1941
Pöschl Johann; 26.1.1937; 56 Jahre alt; Pöls, Judenburg; Gemeindearmer; Kretinismus; 25.2.1941
Prägartner Josefa; 19.1.1935; 21 Jahre alt; Pernegg; ohne Erwerb; Ulcus cruris; 10.2.1941
Raffalt Franz; 4.4.1937; 25 Jahre alt; Feistritzgraben, Stmk; Gemeindearmer; Imbezillität; 25.2.1941
Rainer Marie; 31.1.1927; ?: ?, ?; Schwachsinn, Kretinismus; 10.2.1941
Ranser Ludmilla; 16.6.1933; geb. 1899; Amstetten; ohne Erwerb; Taubstummheit, Schwachsinn; 10.2.1941
Rath Katharina; 25.8.1938; 63 Jahre alt; Neuberg b. Güssing; Gemeindearme; Alkoholismus chronicus; 25.2.1941
Rechberger Rosalia; 26.12.1935; 62 Jahre alt; Frohnleiten; Magd; ?; 10.2.1941
Rettenbacher Anna; 18.6.1938; 40 Jahre alt; Fohnsdorf; Gemeindearme; Imbezillität; 25.2.1941
Rexeis Hermann; 9.6.1938; 29 Jahre alt; Lieboch, Stmk.; Musiker; Parkinsonismus; 25.2.1941
Richterschitz Stefanie; 24.4.1940; 48 Jahre alt; Donawitz, Leoben; Gemeindearme; Taubstummheit u. Schwachsinn; 25.2.1941
Roll Franz; 4.7.1933; geb.1891; Stainz; Landw. Taglöhner; Cozitis (?) Schwachsinn; 10.2.1941
Rosenkranz Maria; 3.8.1938; 40 Jahre alt; Niklasdorf, Leoben; ?; Imbecillität; 25.2.1941
Roth Viktoria; 24.9.1924; geb.1912; Seiersberg; ohne; Schwachsinn; 10.2.1941
Sauer Johanna; 25.7.1935; 51 Jahre alt; Unterpremstätten Stmk.; Gemeindearme; Schwachsinn; 10.2.1941
Schaffernack Therese; 18.1.1940; 59 Jahre alt; Naintsch, Weiz; Einlegerin; geistige Beschränktheit; 25.2.1941
Schafzahl Josefa; 9.2.1940; 38 Jahre alt; Hausmannstätten b. Graz; ohne Erwerb; Schwachsinn; 25.2.1941
Scherhauser Johann; 9.5.1931; 16 Jahre alt; Mürzzuschlag; ohne; Schizophrenie; 25.2.1941
Schlegel Vinzenz; 1.3.1928; geb.1912; Wagram Pf. Feldkirchen; ohne; Imbecillität; 10.2.1941
Schmidt Marie; 28.11.1930; geb.1881; Kainbach b. Graz; Landwirt. Magd; Imbezillität; 10.2.1941
Schützenhofer Ottilie; 10.1.1940; 41 Jahre alt; St. Oswald b. Plankenwarth; ohne Erwerb; Schwachsinn; 25.2.1941
Sternath Rudolf; 15.8.1935; 43 Jahre alt; ?; ?; Idiotie; 25.2.1941
Stitz Erwin; 3.6.1936; 23 Jahre alt; (?) Stmk; ohne Erwerb; Schwachsinn; 25.2.1941
Thur Anna; 1.12.1921; geb.1891; Hohenfurt, Böhmen; ohne Erwerb; Cretinismus; 10.2.1941
Uhl Karl; 1.12.1921; geb.1902; Graz; zeitl. ohne Erwerb; Ymbecillitas; 25.2.1941
Weidhofer Elisabeth; 22.1.1940; 45 Jahre alt; Mürzzuschlag; ohne Erwerb; Kretinismus; 25.2.1941
Weikl Rudolf; 17.5.1937; 50 Jahre alt; Ardning, Liezen; Handelsangestellter; Lues cerebri , Asthma; 10.2.1941           (Anm: hat als Einziger überlebt, ist in Niedernhart zurückgestellt worden!)
Weinberger Eduard; 23.6.1927; geb.1911; Ganz Pf. Mürzzuschlag; ohne Erwerb; Taubstummheit, Idiotie; 10.2.1941
Wieser Katharina; 13.7.1934; geb. 12.12.1883; Geistthal, Voitsberg; Gemeindearme; Idiotie; 10.2.1941
Wilding Anna; 21.1.1940; 13 Jahre alt; Glödnitz, Kärnten; ohne Erwerb; Idiotie; 25.2.1941
Winkler Katharina; 21.2.1924; 22 Jahre alt; Fohnsdorf; ohne; taubst. Cretin; 10.2.1941
Wolf Paul; 25.4.1932; geb.1916; Johnsbach, Liezen; Besitzerssohn; Idiotie; 10.2.1941
Wölfler Walpurga; 15.12.1926; geb.1901; St.Lorenzen, G Scheifl.; ohne Erwerb; Taubstumm, Kretinismus; 10.2.1941
Zarfl Maria; 1.2.1939; 18 Jahre alt; ?; ohne Erwerb; Epilepsie; 25.2.1941
Zatsch Simon; 26.5.1940; 64 Jahre alt;?; ohne Erwerb; Kretinismus und Unreinlichkeit; 25.2.1941
Zengerer Martin; 10.12.1930; 24.7.1913; Hart Gleisdorf; ?; Status post poliomyelitis; 25.2.1941
Zirbisegger Maria; 11.7.1938; 20Jahre alt; Pernegg,Bruck/M; ohne Erwerb; Cretin; 25.2.1941

Anmerkung zu den Quellen

Alle Angaben (auch die unterschiedliche Schreibweise der Namen oder Krankheiten) sind folgenden schriftlichen Quellen entnommen:
Standesbuch v. 4.3.1916 – 28.2.1941
Küchenbuch v. 1.11.1938 – 20.3.1945, Beilage 22.3.45 – 28.2.47
Diese Bücher sind mittlerweile verschollen !!!

Anmerkungen zu den angeführten Krankheiten

Coxitis: Die Coxitis, deutsche Schreibweise Koxitis, ist eine Arthritis des Hüftgelenks.
Quelle: Wikipedia

Cretin: Veralteter Begriff für Menschen, die an Kretinismus leiden. Heute: Kretin
Quelle: Wikipedia

Imbezillität ist ein obsoleter Ausdruck für eine mittelgradige geistige Behinderung mit einem Intelligenzquotienten zwischen 20 und 49.
Quelle: Wikipedia

Lues cerebri ist der lateinische Begriff für eine Syphilis des Gehirns oder Neurosyphilis, eine ernste Komplikation einer unbehandelten Syphilis-Infektion. Es handelt sich um eine Zerstörung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) durch das Bakterium.
Quelle: Internet

Morbus Little: Infantile Zerebralparese
Die infantile Zerebralparese im engeren Sinn, etwas allgemeiner auch cerebrale Bewegungsstörung genannt, ist eine Bewegungsstörung, deren Ursache in einer frühkindlichen Hirnschädigung liegt.
Quelle: Wikipedia

Myxödem zeigt sich durch eine teigige, ödematöse (aber nicht eindrückbare) Schwellung der Haut und des Unterhautgewebes, besonders im Gesicht, an Händen und Füßen. Diese Symptome treten typischerweise im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion auf und können u.a. auch zu Müdigkeit und verlangsamter Sprechweise führen.
Quelle: Internet

Poliomyelitis, deutsch Kinderlähmung, ist eine von Polioviren vorwiegend im Kindesalter hervorgerufene Infektionskrankheit.
Quelle: Wikipedia

Ulcus cruris, umgangssprachlich „offenes Bein“ genannt, ist eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel, die durch eine gestörte Nährstoffversorgung des Gewebes entsteht.
Quelle: Internet

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